Vor der Ausbildung noch schnell einmal die Welt erkunden!

Auf der Abifeier haben wir es entschieden: meine zwei Freundinnen und ich wollten vor Beginn unserer Ausbildung noch etwas erleben. Schnell war klar, dass es Australien und Neuseeland sein sollte. Die Reiseplanung stellte bereits unsere erste Herausforderung dar. Viele Fragen waren zu klären, wie z.B.: werden Girocard und Kreditkarte akzeptiert? Gilt unser Krankenversicherungsschutz? Was packen wir in den Rucksack? Brauchen wir ein Visum? 


Im März 2018 war es dann so weit. Von Frankfurt ging es über Dubai nach Melbourne. Der Flug dauerte 24 Stunden. In Melbourne haben wir die ersten Tage in einem schönen AirBnB -Appartement gewohnt und die Stadt erkundet. Die Eingewöhnung ging sehr schnell. Dann haben wir uns ein kleines Auto geliehen und dabei gleich schon mal unser Verhandlungsgeschick auf Englisch getestet. Mit dem Auto (Linksverkehr!) ging es dann drei Wochen lang nach Norden die Küste entlang bis Sydney. Wir fuhren durch geheimnisvolle manchmal gruselige Nationalparks und an steilen Küsten entlang. Neben Pinguinen haben wir natürlich auch viele Kängurus gesehen. Es war für uns ein ganz neues Gefühl, täglich unterwegs zu sein und die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Besonders genossen haben wir dabei die Freiheit, selbst unsere Route und den Tagesablauf zu entscheiden oder zu ändern, wobei unsere Spontanität manchmal stark auf die Probe gestellt wurde, wie z.B. an einem Abend, an dem wir einen Übernachtungsplatz gesucht haben und uns eine Frau dringend riet, den Ort zu verlassen, weil er zu gefährlich sei. Wir sahen schon den Clown von „Es“ hinter uns herlaufen. Wir haben es dennoch sicher nach Sydney geschafft, eine sehr imponierende Stadt. Neben den Sehenswürdigkeiten (Oper, Harbour Bridge, Hyde Park…) fanden wir die Clubs spektakulär. Nach der Zeit durch die Natur freuten wir uns wieder Menschen und junge Leute aus aller Welt zu sehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. 

Danach ging es mit dem Flugzeug nach Auckland in Neuseeland. Dort haben wir unseren Camper in Empfang genommen, den wir schon aus Deutschland gebucht hatten. Er sollte für die nächsten zwei Monate unser zu Hause sein. Von Auckland aus haben wir zuerst die Nordinsel erkundet. Über Cape Reinga ging es durch atemberaubende, sehr weitläufige Natur, vorbei an Farmen, durch Regenwälder und quer über die ganze Insel zurück in die Zivilisation nach Wellington, die Hauptstadt Neuseelands. Dabei haben wir nicht ausgelassen auch eine Tour durch ein Maori-Dorf zumachen. Dort haben wir viele Informationen über die Maori und ihren Lebensstil bekommen. Ein typischer Tanz wurde auch aufgeführt.


Mit der Fähre ging es dann zur Südinsel, wo wir die Chance hatten in Kaikoura Wale, Delfine und Robben in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen. Besonders schön war auch die Westcoast mit ihren Fjorden. Hier treffen sich auf der einen Seite das Meer und auf der anderen Seite schneebedeckte Alpen.


Sowohl Australien als auch Neuseeland haben mich begeistert. Trotzdem war ich froh, nach drei Monaten wieder den Heimweg (38 Stunden) anzutreten. Während unserer Reise sind wir in Summe 12.000 km gefahren und das als „Fahrneulinge“, dies hat uns sehr viel Selbstvertrauen gebracht.  Wir mussten Schüchternheit vergessen und Sachen in einer fremden Sprache klären. Wir haben gelernt, unsere Tour und den Tagesablauf als Team zu besprechen und zu entscheiden. Aber auch mit kleineren und größeren Krisen mussten wir lernen umzugehen. Belohnt wurden wir mit einmaligen Landschaften und Städten, einer fremden Tierwelt und dem Gefühl der Freiheit und der Weite. Wir hatten viel Spaß und haben viel gelacht und erzählt.

Ich bin sehr froh, mich für diese Reise entschieden zu haben. Persönlich hat mich das verändert und ich konnte mich dadurch weiterentwickeln. Nun bin ich seit vier Monaten bei der VR-Bank-Rhein-Erft und fühle mich sehr wohl. Ich bin froh, dass ich mich für diese Ausbildung entschieden habe und freue mich auf die kommenden zwei Jahre.