Ausbildung zum Bankkaufmann? Was erwartet mich denn da?

Hi, ich bin Kevin und habe im Januar 2018 meine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen. Was ich in meiner Azubi-Zeit so alles erlebt habe und wie es nach der Prüfung weiter ging, will ich euch heute mal erzählen. Vielleicht passt der Beruf ja auch zu euch.

In der neunten Klasse konnte ich bereits ein Praktikum bei der VR-Bank Rhein-Erft machen, um den Beruf mal kennenzulernen. Schon damals hat man sich viel mit mir beschäftigt und mich auch selbstständig arbeiten lassen, was mir echt gut gefallen hat. Zum Ende des Praktikums habe ich dann das Feedback bekommen, dass ich mich gerne später für eine Ausbildung bewerben kann.

Gesagt – getan. Bevor ich mein Fachabi mit dem Schwerpunkt auf Wirtschaft und Verwaltung beendete, habe ich mich beworben und im Anschluss des Assessment-Center Termins, meine Zusage für die Ausbildung erhalten.

Jedem Azubi wird eine Heimatfiliale zugeordnet. Hier lernt man das Arbeiten im Filialbetrieb kennen, wenn man nicht gerade in den Fachabteilungen der Bank eingesetzt ist oder in die Berufsschule geht. Ehrlich gesagt war ich damals vor meinem ersten richtigen Arbeitstag sehr nervös. Ohnehin, da ich ein schüchterner Mensch war und ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, wie meine neuen Kollegen und auch die Kunden mich aufnehmen werden. Zum Glück wurde mir diese Nervosität schnell genommen. In einer lockeren Einführungsrunde wurde ich allen vorgestellt und habe meine Heimatfiliale in Erftstadt-Lechenich kennengelernt. Zudem standen mir alle anderen Azubis immer zur Seite. Ich weiß noch, wie mir erst die vielen Basics gezeigt wurden, indem ich direkt am Schalter oder im Backoffice mitarbeiten durfte. Ganz nach dem Motto „learning-by doing“ konnte ich mir so in kurzer Zeit die häufigsten Vorgänge (z.B. Umbuchung durchführen oder Bargeldauszahlungen) verinnerlichen. Je sicherer ich mir in meiner Arbeit wurde, desto mehr Vertrauen schenkten mir die Kollegen bis ich nach ein paar Wochen schon einigen Kunden alleine weiterhelfen konnte. Was mich dabei sehr überrascht hat war, dass so gut wie jeder Kunde vollstes Verständnis für meine anfangs noch holprige Arbeitsweise hatte. Mit der Zeit konnte ich den ein oder anderen Kunden sogar schon beim Namen begrüßen. Als Azubi nahm ich auch regelmäßig an Beratungsterminen teil. Anfangs  saß ich noch als stiller Beobachter daneben, bis ich mit der Zeit durch das angesammelte Wissen und die Erfahrung ganze Gespräche alleine führte, während der Berater mir zur Seite steht.
Nach den ersten Startwochen in der Heimatfiliale, folgte schon der erste Einsatz in einer Fachabteilung. Bei uns schnuppert man in so gut wie jeden Bereich wie beispielsweise dem Rechnungswesen, dem Vertriebsmanagement, der Marktfolge und vielen weiteren einmal rein. So bekam ich Einblick darin, was sich noch so alles im Hintergrund einer Bank befindet. Und dieser Einblick wird nicht nur mit stumpfer Theorie nahegelegt. Man arbeitet in den Fachabteilungen wie auch in der Heimatfiliale aktiv als Teil des Teams mit. Nach den Besuchen in der Fachabteilung kann eigentlich bereits jeder Azubi abschätzen, in welchem Bereich der Bank er sich seine Zukunft vorstellen kann. Ein Bankkaufmann ist also vielseitig einsetzbar.

Zwischen dem Aufenthalt in den Fachabteilungen und der Heimatfiliale, besucht man auch die Berufsschule. Dabei wird in 5 Berufsschulblocks alles an Wissen beigebracht, was für den Arbeitsalltag und auch die Abschlussprüfungen gebraucht wird. Dabei lernt man auch die Azubis von anderen Banken kennen und hat die Möglichkeit sich auszutauschen. Die Inhalte aus der Berufsschule werden dabei in einem regelmäßig stattfindenden überbetrieblichen Unterricht (wir sagen alle ÜBI) wiederholt und vertieft.

Nach knapp zweieinhalb Jahren stand ich nun vor dem großen Ziel: die Abschlussprüfungen. Wie vor jeder Prüfung war ich unfassbar aufgeregt aber wusste, dass ich bestens vorbereitet war. Nach der schriftlichen- und der mündlichen Prüfung erhielt ich mein Gesamtergebnis: Bestanden!
Rückblickend war es in diesem Moment unglaublich, wie rasend schnell die letzten zweieinhalb Jahre vergangen sind.

Noch vor meinen Prüfungen habe ich mit meinen Vorgesetzten ein Gespräch über meine Zukunft geführt. Dass die Bank mich gerne nach meiner Ausbildung als Bankkaufmann einstellen würde, was ich mit einem breiten Grinsen dankend angenommen habe.
Seit 10 Monaten bin ich also nun als Springer tätig. Das heißt, ich werde in Filialen eingesetzt, welche aus unterschiedlichen Gründen weiteres Personal brauchen. Ich musste erst einmal lernen, mit der neu gewonnen Verantwortung und Kompetenz umzugehen. Aber auch dies stellte sich als eine Sache der Routine heraus. Als Springer lernt man viele Kollegen kennen, besucht jede Filiale und kann sich somit das beste aus jedem Standort herausfiltern und in seinen eigenen Workflow einfließen lassen.

In der letzten Zeit habe ich auch einige Chancen genutzt um mich weiter zu entwickeln. Beispielsweise bin ich mittlerweile ein Teil des Social-Media-Teams und arbeite mit meinen Kollegen stetig an neuen Ideen für unseren Auftritt im Internet. Auch wurde mir angeboten im Rahmen unserer großen Systemumstellung die Nachbetreuung für die Mitarbeiter bei allen Fragen rund ums Thema Onlinebanking zu übernehmen. Seit Oktober helfe ich also allen Mitarbeitern sich im neuen System zurecht zu finden und wurde dafür von den Kollegen aus dem Beratungs- und Serviceteam in Friesheim intensiv vorbereitet. Das man dabei auf mich zugekommen ist und mir diese Aufgabe anvertraute, hat mir gezeigt, dass die Bank sich auch für meine weitere Entwicklung interessiert und mich fördern möchte. Ich bin auch zuversichtlich, dass in Zukunft weitere Chancen entstehen, welche ich nutzen kann, um mich beruflich aber auch persönlich weiter zu entwickeln. 

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Bericht über meine bisherige Zeit bei der VR-Bank Rhein-Erft gefallen. Unten findet ihr noch ein kleines Q&A zu Fragen, die ich mir vor der Ausbildung gestellt habe und die für euch interessant sein können.

Wieso genau Bankkaufmann?

Mir hat der Mix aus Büroarbeit und Kundenbetreuung gefallen. Jeder Arbeitstag ist anders, aufgrund der unterschiedlichen Kunden und unterschiedlichen Kollegen. Langeweile kommt so gut wie gar nicht auf. Gleichzeitig fand ich den Finanzbranche schon immer spannend. 

Zahlt man nicht nur den ganzen Tag Geld ein und aus?

Natürlich ist das auch ein Teil der Aufgaben, im Hintergrund muss allerdings weitaus mehr passieren, bis jedes einzelne Zahnrad ineinandergreift und eine Bank funktionieren kann. 

Nervt dich der Anzug nicht?

Klar ist es am Anfang ungewohnt, jeden Tag Hemd, Krawatte und Sakko zu tragen, man gewöhnt sich aber schnell dran. Im Grunde ist es für mich genauso eine Arbeitskleidung wie der Blaumann für den Handwerker. 

Sind Banker nicht stocksteife Menschen ohne Humor?

Das dachte ich tatsächlich auch aber es stimmt auf gar keinen Fall. Wir nehmen unsere Arbeit alle ernst aber haben trotzdem einen sehr lockeren Umgang untereinander. Spaßbremsen gibt es bei uns kaum.